NET 1-2 2024

18 www.net-im-web.de 1-2/24 Von der PMRExpo zur WRC-23 ein, das Band in Europa und anderen Re- gionen vollständig, flexibel und vor allem überall einheitlich zu nutzen.“ Haben den Fuß in der Tür In einemGespräch mit unserer Zeitschrift sieht sich Andreas Gegenfurtner in seiner Einschätzung „Wir haben jetzt den Fuß in der Tür“ zu Beginn der WRC-23 be- stätigt. „Ich bin froh über das Ergebnis, hatte befürchtet, dass gar keine Öffnung passieren würde.“ Und: „Aber Europa hätte mehr erreichen können, ist leider nicht mit einer Stimme losgegangen, hat daher nur für sekundär gestimmt. Dabei hat die Bundesregierung für ko-primär votiert. Doch es hätte auch ein ‚No Change‘ raus- kommen können.“ Auch die Ministerpräsidenten der Länder unterstützen die BDBOS-Be- strebungen nach einem eigenenNetz. Doch das ist extrem anspruchsvoll, soll ebenfalls 99,2%der Fläche versorgen – wie das BOS- Digitalfunknetz. Da seien mit 1,2 Mio. Nutzern mehr Teilnehmer versammelt als in allen anderen europäischen Staaten zu- sammen. So habe Frankreich 150.000, Finnland und Schweden je 50.000. Dabei sind die bundesdeutschen Zahlen noch nicht final – Gegenfurtner rechnet mit 2 bis 2,5 Millionen. Und das bei 99,97% Verfügbarkeit. Für eine flächendeckende Auf- rüstung von Tetra-BOS nach Breitband- BOS rechnet Gegenfurtner damit, dass zu den derzeitigen gut 5.000 Standor- ten für Basisstationen weitere 1.000 bis 2.000 dazukommen müssten – aber keine 20.000, eben abhängig von den genutzten Frequenzen. Am unteren Rand reichen weniger, am oberen Rand dürfte es etwas mehr sein. Jeder Standort dürfte 50.000 bis 80.000 Euro kosten. Teuer sei vor allem das Kernnetz. Und wenn es nach 2030 mit dem Ausbau losginge, könnte zwei Jahre später das Breitbandnetz der BOS stehen. Und bis dahin? „Hier haben wir eine Ver- gabe laufen. Da verhandeln wir mit den drei großenTelcos, um übergangsweise Services von denen einzukaufen.“ Doch das nötige Kernnetz soll selbst errichtet werden. Trotz- demwird ein solches „Untermietverhältnis“ keine Blaupause für eine perspektivische Breitbandnetz-Lösung. Aber es geht nicht nur um die BOSen und ihre angemeldeten 60 MHz, auch die Bundeswehr möchte breitbandig werden – und beansprucht dafür 100 MHz extra. Schützenhilfe durch GdP Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der GdP, gegenüber NET: "Die Gewerkschaft der Polizei ist enttäuscht, dass es bei der Frequenzvergabe im Bereich des UHF- Bandes zwischen 470 und 694MHz weder Deutschland noch der EuropäischenUnion gelungen ist, die Interessen der Sicher- heitsbehörden durchzusetzen. Um aktuelle und künftige Einsatzlagen bestmöglich bewältigen zu können, benötigen wir ein eigenes mobiles und hochverfügbares Breit- bandnetz … Für die Sicherheitsbehörden in Deutschland ist die Mitnutzung des UHF-Bandes für das BOS-Breitbandnetz im Frequenzbereich 470-694MHz ab dem Jahr 2031 alternativlos. Anderenfalls ist die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicher- heit und Ordnung bedroht.“ Gemeinsam 5G anstreben – auf der PMRExpo zeigen und diskutieren viele Aussteller ihre Wege vom BOS-Tetra-Funk zur Breitbandkommunikation. Aber zur Umsetzung fehlt es an Frequenzen (Foto:RainerBücken) Parallel zur PMRExpo fand in Dubai die WRC-23 statt. Erstmals wird dort der UHF-Bereich 470–694 MHz für eine sekundäre Nutzung durch den Mobilfunk geöffnet. Damit haben die BOSen einen breiten Fuß in der Tür (Foto: ITU/D. Woldu)

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