NET 6-7/2025

39 www.net-im-web.de 06-07/25 NE T ZE Digital Infrastructure Act für digitale Kabelnetze Kritische Infrastruktur als Ausgangslage Ulrich Freyer ist technischer Fachjournalist in Köln Ulrich Freyer Die stetige Verfügbarkeit der Breitbandkabelnetze, Mobilfunk- netze mit Glasfaser-Zugangsnetzen sowie der Datennetze hat für die Allgemeinheit ausgeprägte Bedeu- tung. Deshalb sind die Funktions- sicherheit der Netze und deren Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegen zufällige oder vorsätzliche äußere Einwirkungen von großer Wichtigkeit. Wegen dieser Anfor- derung zählen alle IKT-Netze zur „Kritischen Infrastruktur“, weil für die Realisierung ihrer Sicherheit und Resilienz spezifische Maß- nahmen erforderlich sind. Zur Kennzeichnung dieser Besonder- heit wird die prägnante Abkürzung KRITIS verwendet. KRITIS sind alle Syste- me von hoher Bedeutung für das Gemeinwesen, bei deren Beeinträchtigung der Funktion oder ihremAusfall nachhaltige Versorgungseng- pässe, erhebliche Störungen der öffentli- chen Sicherheit und/oder andere für die Allgemeinheit negative Folgen eintreten würden. Damit bei KRITIS durch Beein- trächtigungen oder Ausfälle keine sicher- heitsrelevanten Probleme auftreten, sind deshalb als Abhilfe geeignete Maßnahmen erforderlich. Von außen in Netze eingebrachte Störungen der Informationstechnik werden in der Regel als Cyberangriffe bezeichnet. Es handelt sich dabei um wesentliche Ein- wirkungen auf die Software des jeweiligen Systems und stellt damit eine Variante von Sabotage dar. Bei allen Maßnahmen gegen solche Störbeeinflussungen handelt es sich um Cyber Security. Einen beachtenswertenRisikofak- tor stellen aber auch durch Dritte bewirkte Funktionsstörungen oder Ausfälle der KRI- TIS-Hardware dar. Durch ein ausgeprägtes Schutzkonzept muss deshalb der unbefugte Zugriff auf dieHardware verhindert werden. Zusammenfassend gilt, dass KRITIS einen essentiellen Beitrag zur Aufrechterhaltung der öffentlichenOrdnung leistet. Relevante Bedrohungen ergeben sich durch Cyber- angriffe, technische Störfälle, Naturkatas- trophen und menschliches Versagen. Die Problemstellung der KRI- TIS ist nicht auf die nationalen Netze in Deutschland begrenzt, sondern gilt grenz- übergreifend für alle Länder. Deshalb küm- mert sich auch die EU um die Sicherheit und Resilienz von IKT-Netzen. Grundlage ist das im Februar 2024 veröffentlichte Weißbuch der EU zur digitalen Infrastruk- tur (COM (2024) 81 final) mit demTitel „Wie kann der Bedarf an digitaler Infra- struktur in Europa gedeckt werden? [How to master Europe’s digital infrastructure needs]“. Die Problemstellung der KRITIS ist nicht auf die nationalen Netze in Deutschland begrenzt, sondern gilt grenzübergrei- fend für alle Länder. Deshalb kümmert sich auch die EU um die Sicherheit und Resilienz von IKT-Netzen (Grafik: Freyer)

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