11 www.net-im-web.de 01-02/26 Innovation oder Disruption von Workloads. Automatisierung und datengetriebene Optimierung entwickeln sich damit zunehmend zum Standard. Wo Innovation zu erwarten ist Innovationsdynamik ist vor allem im Geschäftskundensegment zu beobachten. Unternehmen stellen höhere Anforderungen an Verfügbarkeit, Sicherheit, Flexibilität und insbesondere an Service-Qualität in Form von Service Level Agreements (SLAs). Dadurch wird das Geschäftskundensegment zum zentralen Innovationstreiber und eröffnet Telekommunikationsanbietern die Möglichkeit, diesen Bedarf mit differenzierten Angeboten zu adressieren. Darüber hinaus lassen sich KI-basierte Innovationen innerhalb der Branche identifizieren. So bietet etwa Agentic AI ein erhebliches Potenzial, indem „selbstheilende Mechanismen“ in Netzen etabliert werden können, die sowohl für das Netzmanagement als auch für das Störungsmanagement relevant sind. Innovation führt häufig zu Anpassungen der Preisstrukturen. Allerdings gelingt es Telekommunikationsunternehmen nur selten, Produktverbesserungen unmittelbar in höhere Preise zu überführen. Der intensive Wettbewerb erschwert die Monetarisierung von Innovationen erheblich. Diese Situation wirkt investitionshemmend und verlangsamt die Einführung neuer Technologien. Im IT-Markt zeigt sich demgegenüber ein anderes Bild, da dort Innovationen häufig zeitgleich mit Preisanpassungen realisiert werden können. Einfluss auf Netzstrukturen durch KI Dr. Hacke betonte, dass neue Anwendungsfelder wie Artificial Reality oder Echtzeitübersetzungen deutlich höhere Anforderungen an Netzqualität und netzbasierte Services stellen werden. Insbesondere KI-Inferenzanfragen erzeugen hohe Workloads, die neue Lastspitzen verursachen können. Zudem führen KIAgenten durch den Austausch zahlreicher Statusinformationen zu einem kontinuierlichen Strom vieler kleiner Datenpakete über die Netze. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Netzbetreiber diese veränderten Anforderungen architektonisch abbilden können. Das veränderte Verkehrsverhalten äußert sich insbesondere durch: • eine grundsätzlich höhere Netzauslastung, • das vermehrte Auftreten teilweise nicht vorhersehbarer Peak-TrafficSituationen, • steigende Anforderungen an EdgeInfrastrukturen. Aus Kundensicht deutet sich damit ein Paradigmenwechsel an. Quality of Service (QoS), geringe Latenzen und Betriebsstabilität gewinnen gegenüber dem lange dominierenden Kriterium der hohen Bandbreite an Bedeutung. „Netze sind die Nervensysteme von Unternehmen. Man kann viel über das Wachstum von IT sprechen – wenn jedoch keine stabilen Netze verfügbar sind, um etwa auf Server und Daten zugreifen zu können, funktionieren Geschäftsprozesse nicht“, stellte Dr. Hacke heraus. Die Sicherstellung von Infrastruktur, Bandbreite, QoS und Stabilität ist damit eine grundlegende Voraussetzung für digitale Geschäftsmodelle – heute wie künftig. Verlässlichkeit der TK-Infrastruktur In hybriden IT-Architekturen gewinnen Resilienz, Sicherheit und Souveränität weiter an Relevanz. Unternehmen benötigen klare Klassifizierungsmodelle für Daten und Workloads, um Schutzmaßnahmen abhängig von der Kritikalität der Anwendungen flexibel gestalten zu können. Dies erfordert eine neue Form der Flexibilität im Umgang mit Datensicherheit, den zugehörigen Technologien und Infrastrukturen. Angesichts steigender Cyber-Security-Anforderungen werden dynamischere Netzmodelle mit hohem Sicherheitsniveau zunehmend nachgefragt. Digitale Infrastrukturen bilden die Basis für Daten-, Betriebs- und Technologiesouveränität. Telekommunikationsanbieter verfügen aufgrund ihrer Infrastruktur über eine gute Ausgangsposition, dieses Thema gegenüber Geschäftskunden glaubwürdig zu Die Ausführungen der Referenten stießen auch dieses Mal auf große Resonanz. Hierzu gehörte unter anderem die Frage, wie Netzbetreiber die veränderten Anforderungen architektonisch abbilden können und welche Auswirkungen der KI-Einsatz mit sich bringt
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