NET 10/2026

www.net-im-web.de 31 10/2026 Sicheres Fundament für KI-Daten Training, Inferenz und Analytics kontinuierlich verfügbar sein müssen. Werden Daten durch einen Cyberangriff verschlüsselt, gelöscht oder manipuliert, kann das die darauf angewiesenen KI-Anwendungen erheblich beeinträchtigen. Neben üblichen Abwehrmaßnahmen wie Antivirensoftware, Firewalls oder Phishing-Schutz kann auch die Speicherinfrastruktur selbst einen wichtigen Beitrag zur IT-Sicherheit leisten. Eine entscheidende Grundlage dafür bildet ein Zero-Trust-orientierter Ansatz, bei dem Komponenten und Zugriffsversuche nicht grundsätzlich als vertrauenswürdig eingestuft, sondern auf verschiedenen Ebenen überprüft werden. Das beginnt idealerweise bereits in der Lieferkette. Nicht nur bei den Zulieferern eines IT-Lieferanten, sondern auch während des Transports besteht potenziell das Risiko von Manipulationen. Mit geeigneten Maßnahmen kann der IT-Lieferant sicherstellen, dass Hardware, Firmware und Speichersysteme vor der Auslieferung auf Manipulation geprüft werden und bei der Installation vor Ort einen vertrauenswürdigen Ausgangszustand besitzen. Eine Möglichkeit dazu ist die kryptografische Prüfung von Hardware und Firmware. Sie kann dazu beitragen, Abweichungen vom erwarteten Zustand zu erkennen und manipulierte Komponenten oder Softwarebestandteile zu identifizieren. Eine weitere Schutzebene kann Secure Boot bilden. Dabei wird beim Start eines Systems geprüft, ob die zu ladenden Softwarekomponenten vertrauenswürdig und nicht manipuliert sind. Ein hardwarebasierter Root of Trust kann dafür eine geschützte Vertrauensbasis schaffen und die Integritätsprüfung der Systemkomponenten unterstützen. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt dabei von der jeweiligen Plattform und Systemarchitektur ab. Der Zero-Trust-Gedanke sollte sich dann im laufenden Betrieb fortsetzen. Unternehmen können mit rollenbasierten Zugriffsmodellen sicherstellen, dass Benutzer und Anwendungen nur auf die Daten und Funktionen zugreifen können, die sie für ihre jeweilige Aufgabe benötigen. Eine Multi-Faktor-Authentifizierung stellt eine zusätzliche Hürde dar, wenn Zugangsdaten kompromittiert wurden. Verschlüsselung schützt die Daten darüber hinaus sowohl im Ruhezustand als auch bei der Übertragung vor unbefugtem Zugriff. Das Zusammenspiel dieser Maßnahmen reduziert die Angriffsfläche auf mehreren Ebenen: Selbst wenn es einem Angreifer gelingt, eine einzelne Schutzbarriere zu überwinden, erhält er dadurch nicht automatisch Zugriff auf die gesamte Speicherinfrastruktur und die darin gespeicherten Daten. Auswirkungen begrenzen Da die Techniken und Verfahren von Angreifern immer ausgefeilter und zunehmend durch KI unterstützt werden, können auch die besten Präventivmaßnahmen erfolgreiche Attacken nicht immer verhindern. Zusätzlich zur IT-Sicherheit benötigen Unternehmen deshalb auch Cyberresilienz: Sie sollten in der Lage sein, Angriffe möglichst frühzeitig zu erkennen, ihre Auswirkungen zu begrenzen und betroffene Daten zuverlässig wiederherzustellen. Auch hierzu kann die Speicherinfrastruktur maßgeblich beitragen, insbesondere durch die regelmäßige Sicherung von Daten. Unternehmen haben beispielsweise die Möglichkeit, Snapshots direkt auf dem Primärspeicher anzulegen. Dabei wird der Zustand eines Datenbestands zu einem bestimmten Zeitpunkt festgehalten, sodass sich bei Bedarf ein früherer Datenstand wiederherstellen lässt. Snapshots ergänzen separate Backups, ersetzen diese aber nicht. Zusätzlich können gesicherte Daten auf separaten Backup-Systemen gespeichert werden. Die Sicherungskopien liegen dann außerhalb der produktiven Umgebung und dienen auch dann noch als Wiederherstellungspunkt, wenn die Produktivsysteme bei einem Cyberangriff kompromittiert wurden. Als zusätzliche Sicherheitsschicht können Unternehmen unveränderbare („immutable“) Backups einsetzen. Mit einem sogenannten Retention Lock lässt sich festlegen, dass eine Kopie für einen bestimmten Zeitraum weder verändert noch gelöscht werden kann. So steht nach einem erfolgreichen Angriff weiterhin mindestens ein vertrauenswürdiger Datenbestand für die Wiederherstellung zur Verfügung. Je nach Ausprägung und Konfiguration – insbesondere im Compliance-Modus – kann der Schutz so gestaltet sein, dass selbst privilegierte Administratoren die gesicherten Daten innerhalb der festgelegten Aufbewahrungsfrist nicht manipulieren oder entfernen können. Damit bleibt eine Backup-Kopie auch dann geschützt, wenn ein Angreifer über gestohlene Zugangsdaten administrative Rechte erlangt. Ungewöhnliche Muster erkennen Auch bei der Erkennung von Angriffen kann die Speicherinfrastruktur eine wichtige Rolle spielen. Anomalieerkennung und Telemetrie ermöglichen es, ungewöhnliche Veränderungen und Nutzungsmuster in den Speichersystemen zu identifizieren. Dazu gehören beispielsweise plötzliche Massenverschlüsselungen oder die massenhafte LöSven Sladek Unternehmen sollten zunächst besonders schützenswerte Daten und kritische Anwendungen in den Blick nehmen und die Sicherheits- und RecoveryMechanismen anschließend entsprechend erweitern

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