Aktuell ist die internationale Presselandschaft nahezu durchzogen von Hiobsbotschaften über sich verselbstständigende künstliche Intelligenzen. Allerorts warnen Experten vor den Gefahren und manche fordern sogar ein Ende der KI-Entwicklungen. Dabei wäre ein besonnener Blick auf das Feld KI vielleicht angebrachter. Denn eines ist sicher: KI wird auf absehbare Zeit nicht mehr aus unserem Alltag verschwinden.
Ist das nun gut oder schlecht? Eine Frage, die sich nicht pauschal beantworten lässt. Zweifellos sind die Ereignisse rund um KI-Modelle, die „ausbrechen“ bedenkenswert. Wirft man einen nüchternen Blick auf die Ereignisse so ist festzuhalten, dass die Software, und um nichts anderes handelt es sich letztendlich, nur das vollzogen hat, was ihr der Mensch vorgab. Der Unterschied zwischen eine „normalen Programm“ und künstlicher Intelligenz ist, das ein KI-Modell oder ein KI-Agent seine ihm vorgegebenen Ziele mit einer unermüdlichen Hartnäckigkeit verfolgt. Wo ein Programm oder auch der Mensch an irgendeinem Punkt die Bemühungen zum Erreichen eines gesetzten Zieles als „nicht möglich“ abbrechen würde, sucht die KI so lange nach einem anderen Weg, bis sie ihn gefunden hat. Genau das ist dann der Punkt, an dem wir geneigt sind, den Erfolg des Systems als kr5iminellen Akt und Ausbruch aus seiner originären Systemumgebung zu werten.
Natürlich dürfen diese Ereignisse nicht verharmlost werden, denn selbstverständlich birgt das Risiken. Nicht umsonst warnen die Bosse von ChatGPT und Anthropic derzeit vor ihren eigenen Schöpfungen.
Der Einsatz künstlicher Intelligenz birgt enorme Chancen sowohl im unternehmerischen als auch privaten Umfeld. KI hilft bei der Verwaltung großer Datenmengen, führt Analysen aus und erledigt administrative Arbeiten innerhalb kürzester Zeit. Die Überwachung von Netzwerken, die effektive Steuerung des Datenverkehrts in Mobilfunknetzen oder die intelligente Nutzung von Kapazitäten auf Energienetzen sind nur wenige Beispiele. Robotwer und Sensoriken übernehmen für den Menschen belastende Tätigkeiten in rauen oder gefährlichen Umgebungen, Fahrzeuge werden zunehmend autonomer und KI hilft dabei, das Leben für Menschen mit Beeinträchtigungen wieder lebenswert zu gestalten.
Die Wahrheit liegt in der Mitte. Zweifelsohne ist es unumgänglich, die künstliche Intelligenz in für den Menschen geordneten Bahnen zu lenken. Ein autonom agierendes System wäre tatsächlich ein unkalkulierbares Risiko. Sicher ist auch, dass KI nicht mehr zu stoppen ist, dazu ist sie in zu vielen Bereichen bereits fest etabliert. Der verantwortungsvolle Umgang beim Einsatz von KI ist der nächste Schritt.
(Foto: Curtis Nguyen, Pexels)